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Aktuelles

Artikel vom 23.07.2025

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/25

Im Gespräch: Dr. Thomas Paulsen, Dr. Cornelia Hecht-Zeiler und Theresa Schopper mit Moderatorin Andrea Lindner
Landesjury Geschichtswettbewerb
Jurorinnen und Juroren der Landesjury Baden-Württemberg, Museumsleiterin Dr. Giovanna-Beatrice Carlesso und Anne Kohstall vom Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten/Körber-Stiftung

„Bis hierhin und nicht weiter!? Grenzen in der Geschichte“ – so lautete das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2024/25. Die Resonanz auf die Ausschreibung war enorm: Insgesamt 2.289 Beiträge wurden bei der den Wettbewerb auslobenden Körber-Stiftung eingereicht. Aus Baden-Württemberg beteiligten sich rund 600 Schülerinnen und Schüler mit insgesamt 245 Arbeiten.

Die thematische Bandbreite war dabei ebenso beeindruckend wie die Kreativität der Beiträge. Geforscht wurde etwa über die „Hexenverbrennung in Crailsheim“, die „Homosexualität König Karls I. von Württemberg“, über „Deutsche Migration in die USA“ und „Die Deportation der Siebenbürger Sachsen im Jahr 1945“. In einem mehrwöchigen Verfahren hat die Landesjury die Wettbewerbsarbeiten begutachtet und bewertet. Nicht nur Essays erreichten die Juroren, auch viele kreative Beiträge fanden sich unter den Einsendungen. Die Teilnehmer erstellten Filme, Podcasts und Webseiten, ja ganze Theaterstücke wurden geschrieben und auch aufgeführt. Ein Gymnasiast aus Rutesheim präsentierte seine Forschungsergebnisse in Form eines eigens gestalteten Nachrichtenmagazins mit verschiedenen Themenartikeln.

Am 21. Juli 2025 wurden im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart die baden-württembergischen Landespreisträgerinnen und -preisträger ausgezeichnet. Der feierlichen Preisverleihung voraus ging ein moderiertes Gespräch mit Theresa Schopper (Ministerin für Kultus, Jugend und Sport), Dr. Cornelia Hecht-Zeiler (Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg) und Dr. Thomas Paulsen (Körber-Stiftung). Alle drei zeigten sich von der kreativen Spurensuche der jungen Teilnehmer begeistert. „Hier stellen die Schülerinnen und Schüler unter Beweis, dass sie mehr können als nur Faktenwissen generieren“, erklärte die Kultusministerin, deren Lieblingsfach in der Schule just Geschichte war. Cornelia Hecht-Zeiler betonte, dass der Wettbewerb mit dem Vorurteil aufräume, junge Menschen interessierten sich nicht für Geschichte. Und Thomas Paulsen, Vorsitzender des Vorstands der Körber-Stiftung, lobte die thematische Vielfalt der Arbeiten. So hätten sich die Teilnehmenden nicht nur mit geografischen Grenzen auseinandergesetzt, sondern auch mit sozialen und gesellschaftlichen. „Dabei zeigt sich, dass die Grenzen in den Köpfen oft schwieriger zu überwinden sind als räumliche Grenzen“, so Paulsen weiter.

Verliehen wurden 27 Landespreise und 27 Förderpreise, auch die beste Gruppe und die landesbeste Schule – über diese Auszeichnung durfte sich das Bismarck-Gymnasium Karlsruhe freuen – wurden prämiert. Für die Landessieger ist damit der Wettbewerb jedoch noch nicht abgeschlossen: Sie haben nun die Chance, einen von 50 Bundespreisen zu gewinnen. Die fünf Ersten Preise werden im November in Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.

 

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wurde 1973 auf Anregung von Bundespräsident Gustav Heinemann und dem Hamburger Stifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen. Ihr gemeinsames Anliegen war es, Kinder und Jugendliche zur Auseinandersetzung mit den demokratischen Traditionen der deutschen Geschichte anzuregen. Inzwischen hat sich der Schülerwettbewerb zum größten historischen Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland entwickelt. Teilnehmen können, meist von ihren Lehrern als Tutoren angeleitet, sowohl einzelne Schüler als auch Gruppen oder ganze Schulklassen (Altersgrenze: 21 Jahre). Der nächste Geschichtswettbewerb wird im September 2026 ausgeschrieben.

 

Weiterführende Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.koerber-stiftung.de/projekte/geschichtswettbewerb/

Eine Liste aller prämierten Beiträge aus Baden-Württemberg ist hier abzurufen (PDF-Download).