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Aktuelles

Artikel vom 05.11.2025

Wiedereröffnung des „Schwäbischen Pantheons“

Blick in die neue Dauerausstellung „Schiller!“ (Foto: DLA Marbach/Anja Bleeser)

Nach mehrjähriger Sanierung hat das Schiller-Nationalmuseum in Marbach a. N. in der vergangenen Woche wieder eröffnet. Die neue Dauerausstellung zeigt mit rund 400 Exponaten – darunter Manuskripte, Briefe, Bücher, Gemälde und Skulpturen – die politische Dimension von Friedrich Schillers Werk und seinen europäischen Horizont. Im Mittelpunkt steht der Dichter als Freiheits- und Weltbürger, dessen Texte Themen wie Demokratie, Widerstand und Verantwortung verhandeln und bis heute gesellschaftlich relevante Fragen aufwerfen.

Bei der Eröffnungsfeier sprach Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der betonte, dass Schiller die kulturelle Identität Deutschlands geprägt habe wie kaum ein anderer. Auch Theodor Heuss teilte diese Auffassung: Für ihn war Schiller „der wirkungsmächtigste Schwabe“. Mit dem Museum auf der Marbacher Schillerhöhe verband Heuss eine besondere Beziehung. Die vom Schwäbischen Schillerverein gegründete und heute von der Deutschen Schillergesellschaft getragene Einrichtung wurde 1927 auf seine Initiative hin zum staatlich geförderten „Nationalmuseum“ erhoben. Auch während seiner Amtszeit als Bundespräsident unterstützte Heuss das Haus, das er als „schwäbisches Pantheon“ bezeichnete.

Als ihm der Präsident der Schillergesellschaft 1956 die Ehrenmitgliedschaft anbot, lehnte er allerdings ab. Er habe, erklärt Heuss in seinem Antwortschreiben, „einen wahren Horror vor Ehrenmitgliedschaften, Schirmherrschaften, Protektoraten, Grußworten, Geleitworten usf. usf.“ entwickelt. „Nichts gegen die Schiller-Gesellschaft, nichts gegen die Hölderlin-Gesellschaft, die beide schöne und verdienstliche Einrichtungen sind – aber es ist seit einiger Zeit eine meiner Hauptbeschäftigungen geworden, solche Bitten abzulehnen (erst in diesen Tagen hat die neu zu gründende Kant-Gesellschaft eine entsprechende Ablehnung erhalten). Mit meinem Amt sind ja nun, das habe ich inzwischen gelernt, die mannigfachsten Verpflichtungen verbunden, aber qua Heuss will ich nicht ,Petersilie auf allen Suppen‘ sein“. Als Ausschussmitglied blieb er der Schillergesellschaft jedoch verbunden.

 

Weitere Informationen:

https://www.dla-marbach.de/museen/schiller-nationalmuseum/

 

Zum Video mit den Eröffnungsreden von DLA-Direktorin Sandra Richter, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und dem französischen Botschafter François Delattre: 

https://www.youtube.com/watch?v=A6WzTuDmqps